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Tag der Artenvielfalt 2018

Biodiversität im Urnerboden

Das Amt für Raumentwicklung des Kantons Uri führte am Wochenende vom 30.6./1.7.2018 einen GEO-Tag der Natur auf dem Urnerboden durch. Der Anlass wurde zusammen mit verschiedenen Partnern organisiert, welche die Trägerschaft bildeten, darunter auch die NGL.

Der Anlass gliederte sich in zwei offizielle Blöcke: Am Samstag gingen die Experten ab 14 Uhr auf Erhebungstour, am Sonntag fand zusätzlich ein öffentlicher Teil mit Exkursionen, Ausstellungen und Rahmenprogramm statt.

Neben den 68 Experten besuchten bei sonnigem Wetter schätzungsweise 200-300 Personen den Anlass. Der Anlass löste ein grosses Echo bei verschiedenen regionalen Medien aus. Der GEO-Tag auf dem relativ abgelegenen Urnerboden kann damit als sehr gelungen bezeichnet werden.

Insgesamt wurden am GEO-Tag 1777 Arten nachgewiesen. Darunter sind auch einige Besonderheiten, so zum Beispiel:

  • Am Ufer des Fätschbaches wurde der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) beobachtet, ein Erstnachweis für den Urnerboden.
  • Drei Schnecken-Arten konnten erstmals im Kanton Uri nachgewiesen werden (Truncatellina callicratis, Oxyloma elegans und Limax engadinensis).
  • Die Wolfspinne Pardosa sordidata wurde bisher erst sieben Mal in der Schweiz nachgewiesen.
  • Bei den Käfern wurden mehrere Erstmeldungen für die Zentralschweiz erbracht (Squamapion serpyllicola, Smicronyx jungermanniae, Smaragdina diversipes). Für eine weitere Art (Otiorhynchus gemmatus) gelang der erste Fund seit 1968 in der Schweiz.
  • Unter den erfassten 44 Wildbienenarten befinden sich 3 seltene Arten, die Erstnachweise für den Kanton Uri sind (Andrena montana, Coelioxys conica, Megachile pyrenaea).
  • Bei den Tagfaltern sind die Nachweise vom Schwarzen Apollo (Parnassius mnemosyne) sowie vom Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilionaris) zu erwähnen.
  • Bei den Moosen erstaunt unter anderem die Vielfalt von sieben Arten an Goldhaarmoosen; darunter eine stark gefährdete Art (Orthotrichum alpestre).
  • Vier Flechten-Arten (Lempholemma condensatum, Melanohalea elegantula, Micarea hedlundii, Usnea substerilis) konnten erstmals für den Kanton Uri erfasst werden; 16 weitere Arten waren hier bisher erst aus dem 19. Jahrhundert bekannt.
  • Mehrere Pilzarten wurden bisher erst vereinzelt nachgewiesen. Eine Art (Pyrenopeziza fuscescens auf den Blättern der Kelch-Simsenlilie) dürfte sogar ein Erstfund für die Schweiz sein.


Schlussbericht

Tag der Artenvielfalt 2018 Schlussbericht

Der Schlussbericht fasst die Veranstaltung zusammen und präsentiert die Resultate der folgenden Themenbereichen: Säugetiere (Wildtiere), Kleinsäuger, Fledermäuse, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien, Weichtiere (Schnecken und Muscheln), Spinnen, Libellen, Käfer, Wildbienen, Hummeln, Schlupfwespen, Schmetterlinge, Makrozoobenthos (Wasserwirbellose), Weitere Insektenarten, Gefässpflanzen, Moose, Flechten, Pilze. Eine ausführliche Artenliste komplettiert den Bericht.

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Foto: oekoskop

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